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28.12.2011

Gute Tourenbedingungen und gewusst wie

Erst denken, dann fahren...

Schon zum Jahresende 2011sind die Tourenbedingungen für Skitouren ideal. Die meisten Tourengeher zieht es jetzt schon in die hochalpinen Regionen. Tiefschneefahren und Skitourengehen werden als Wintersport immer beliebter. Aber meist werden die Gefahren im freien Gelände unterschätzt, meint Bergführer Patrick Jost, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer vom Hindelanger Bergführerbüro. Gerade zum Winteranfang und bei schönem Wetter werden die Hänge ohne viel zu überlegen zerpflügt. Ein
Risikomanagement bleibt dann meist auf der Strecke. Wenn der Hang „gehalten“ hat, wird das meist als Erfahrung und gewusst wie interpretiert. Aus der komplexen Lawinenbeurteilung weiß man aber, dass man nur mit sehr viel Puffer, also wenig Risikobereitschaft oder mit sehr hoher Risikobereitschaft sich im freien Gelände bewegen kann. Eine 100-prozentige Sicherheit wird es zum momentanen Stand der Erfahrungen nicht geben. Durch Wissen und Erfahrung kann jedoch für den Neuling und Erfahrenen das Tiefschneefahren zu einem kalkulierbaren Erlebnis werden.

Bergführer Patrick Jost, der in der Wintersaison Lawinenkunde ausbildet und die meiste Zeit im winterlichen Gelände unterwegs ist, weiß das man gerade Anfänger sensibilisieren muss. Schon nach zwei Tagen Ausbildung sieht man, dass die Teilnehmer nicht mehr nach ihrem Gefühl entscheiden, sondern nach Fakten beurteilen können. Im gesamten Alpenraum kann man sich hervorragend bei den Lawinenwarndiensten informieren. Man muss nur Wissen wie ein Lawinenlagebericht richtig interpretiert wird.
Nur die Zahl im Lawinenlagebericht zu lesen bringt nicht viel. Leider sind die Lawinenlageberichte in ihrer Wortwahl nicht anwenderfreundlich. Wenn es heißt „insbesondere bei großer Zusatzbelastung“, gehen die meisten davon aus, wenn ich in den Hang alleine fahre/laufe kann nichts passieren, da nur eine Gruppe eine große Zusatzbelastung den Hang auslöst. Aber es kommt auf das Wort „insbesondere“ an, was heißt: auch eine Einzelbelastung kann unter Umständen den Hang auslösen. In der realen Praxis haben wir die Erfahrung gemacht, dass selbst der „Erfahrene“ Tourengeher mit dem interpretieren überfordert ist, laut Bergführer Patrick Jost. Eine fundierte Ausbildung und wenig Risikobereitschaft sind die besten Überlebungschancen um diesen schönen Sport möglichst lange zu betreiben.

Gipfelgrat über dem Schrecksee, keine Spuren weit und breit

Aufstieg vom Hintersteinertal zum Lahnerkopf

Aufstieg zum Gipfelgrat vom Lahnerkopf

 

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